Achtsamkeitstag am 15.4.2018 im Shambhala Meditationszentrum Wien

Veranstaltungshinweis zum Achtsamkeitstag unter der Leitung von Sabine Putze.

Waldprimel_Alina Kumaris

Achtsamkeit schließt das bewusste Wahrnehmen von Naturobjekten mit ein.

Das Shambhala Meditationszentrum in 1070-Wien bietet am Sonntag, den 15.4.2018 einen sogenannten Achtsamkeitstag an.

Achtsamkeitsübungen im Sitzen, beim Gehen, Essen und Reden bringen uns ganz unmittelbar in Kontakt mit uns selbst, unserem Da-sein. Wir können wieder Kraft für unseren Alltag gewinnen.

Die Teilnahme an der Veranstaltung steht allen interessierten Personen offen. Nähere Informationen über das Meditationszentrum und die Anmeldung finden Sie hier.

Woher kommt der Begriff der Achtsamkeits-Meditation?

Wer sich für Meditation interessiert, wird früher oder später auf den Begriff der Achtsamkeit stoßen. Mehr noch vielleicht auf das englische Ursprungswort „Mindfullness“. Was hat es mit dieser Mindfulness auf sich und warum ist der Begriff heute so populär? – Der Blick auf die Begriffsgeschichte, also die Etymologie, zeigt zunächst einmal, dass mit dem englischen Mindfulness ein ganzes Kapitel der Weltgeschichte verknüpft ist. Die Ursprünge des Begriffs liegen nämlich in Indien. Dort hatte man, bevor man etwa 1200 vor Christus begann, die vedischen Texte auf Palmblättern niederzuschreiben, mit einer für heutiges Denken unfassbaren Gedächtnisleistung über Jahrhunderte oder eventuell sogar über Jahrtausende hinweg die umfangreichen heiligen religiösen Texte mündlich überliefert. Diese Überlieferungstradition fasste man mit dem Begriff स्मृति, smṛti (sprich: smriti) zusammen, was so viel bedeutet wie „Erinnerung“.

Mit einem großen Sprung in die Zeiten der Verbreitung des Buddhismus wandelt das Sanskritwort smṛti sich um zu dem Paliwort sati. Damit einher geht auch ein Wandel des Bedeutungssinnes. Während der Inder in der vedischen Epoche sich anhand anhand des Erinnerns der heiligen Texte dem universalen Ursprung aller Dinge bewusst blieb, ist es für die Buddhisten die Meditation, die ihm ein Gewahrsein des wahren Ursprungs der Dinge vermittelt. Sati ist nach Rupert Gethin ein Gewahrsein dessen, wie die Dinge zueinander in Beziehung stehen und auch ein Gewahrsein des relativen Wertes aller Dinge angesichts der Realität einer kompletten Vielfalt beispielsweise von Gefühlen, die gut oder schlecht, mehr oder weniger tugendvoll, dunkel oder hell sein können. In diesem Sinne hat sich der für praktisch alle buddhistischen Pfade gültige Weg der vierfachen Achtsamkeitsmeditation entwickelt:

Die „vier Grundlegungen der Achtsamkeit“ sind nach dem Satipatthana Sutta

  1. die Achtsamkeit auf den Körper
  2. die Achtsamkeit auf die Gefühle/Empfindungen (Bewertung als wohl, weh oder weder-wohl-noch-weh)
  3. die Achtsamkeit auf den Geist (dessen aktueller Zustand bzw. Veränderungen des Zustands, z. B. abgelenkt, konzentriert, verwirrt)
  4. die Achtsamkeit auf die Geistesobjekte (d. h. alle äußeren und inneren Objekte/Dinge, die im Moment wahrgenommen werden).

Achtsamkeitspraxis als säkulare meditative Tätigkeit

Rupert Gethin_youtube.com

Rupert Gethin ist Professor für Buddhistische Studien in Bristol.

Während sati als Begriff noch ganz in den religiös-buddhistischen Kontext eingebunden bleibt, kommt nun mit der Anglikanisierung des Wortes in das englische mindfulness ein weiterer Bedeutungswandel. Die Achtsamkeitspraxis als meditative Tätigkeit wird dem zwingend religiösen Kontext enthoben und  verbreitet sich, auch im Zusammenhang mit westlicher Psychologie, als eine säkulare, für jeden offenstehende Tätigkeit zur inneren Sammlung und Bewusstwerdung. „Mindfulness kann verstanden werden als eine universale menschliche Kapazität, geeignet, um klares Denken und ein offenes Herz zu fördern. Als solches erfordert diese Meditationsform kein besonderes religiöses oder kulturelles Glaubenssystem. “

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich hinter dem einfachen deutschen Wort der Achtsamkeit ein umfassender kulturgeschichtlicher Kontext verbirgt. In vedischen Zeiten, den Ursprüngen menschlicher Hochkultur, verband man mit smṛti das Erinnern der heiligen religiösen Offenbarungstexte, die den Menschen den Blick auf ihren universalen Ursprung lehrten. Im Buddhismus bedeutet sati ein meditatives Gewahrwerden der Relativität aller beobachtbaren äußeren und inneren Phänomene. Diese Form von Gewahrwerden ist ein unumgänglicher Schritt auf dem Weg zur Befreiung von der Welt des Leidens und der seelischen Anhaftungen. Im modernen säkularen Kontext ist mit dem englischen mindfulness eine Meditationspraxis gemeint, die jedem Menschen, gleich welcher religiösen Gesinnung, offensteht und die Möglichkeiten zu einer klareren Bewusstseinsverfassung und einem Öffnen des Herzens bietet. Die Achtsamkeitsmeditation ist heute in weiten Kreisen eine der bevorzugten Entspannungstechniken.

 

Textquellen:

wikipedia-Artikel mindfulness, Achtsamkeit, sati

Bildquellen (18-04-07): Alina Kumaris, youtube.com

 

 

 

 

 

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