Armin Risi und der Paradigmenwechsel

Biographischer Abriss des Schweizer Buchautors, Philosophs und Vortragsredners Armin Risi.

Armin Risi_mystica.tvGeboren im Jahr 1962 in der katholischen Innerschweiz ist Armin Risi ein relativ junger zeitgenössischer unabhängiger Denker.

In seinen Vorträgen und Büchern leistet er einen Beitrag für den anstehenden Paradigmenwechsel, der in vielen Ebenen heute als Notwendigkeit erlebt, herbei gesehnt und zugleich aber auch vielfach von konservativer oder fundamentalistischer Seite bekämpft und behindert wird.

Leseratte und geheimer Poet

Seinen eigenen Angaben (1) zufolge lernte er früh lesen und verschlang später sehr viel historische Literatur, über die Weltkriege, über die Indianer, etc. Bereits während der Schulzeit fand er Freude am schriftstellerischem Tun und verfasste erste Gedichte und Bühnenstücke. Die Herausforderung im Denken komplexer Zusammenhänge übte er in dieser Zeit im Schach und war 1980 unter den führenden Schach-Junioren der Schweiz.

Das angesammelte Wissen über große Weltgeschehnisse bewegte den jungen Armin Risi stark und gerade der ungerechte Umgang der Weißen mit den Indianern löste bei ihm die intensive innere Frage aus: Warum tun Menschen so etwas? In der Folge erklärte er sich mit 13 Jahren zum Atheist aus der Stimmung heraus Lieber keinen Gott als einen Gott, der solche grauenhaften Dinge, wie sie die Menschen verüben, zulässt., und mit 18 Jahren verließ er das Gymnasium unmittelbar vor den Abiturprüfungen. In einem Interview bei Mystica.tv (2) schildert Armin Risi 2017 zum ersten Mal öffentlich seinen Prozess der Entscheidungsfindung, der ihn in dem jungen Alter zu solch revolutionären Schritten bewegte. Er war zunächst nur einem inneren Gefühl gefolgt, aus dem heraus er das Gymnasium verließ und dem Rektor auf die Frage Was wollen Sie? nur antworten konnte: Ich weiß nur, was ich nicht will. In dem Freiraum, der auf diese Entscheidung folgte, machte er Bekanntschaft mit der Hare-Krishna-Bewegung und dort vor allem mit der Schrift der Bhagavad-Gita und den Inhalten über Reinkarnation und über das Höhere Selbst des Menschen.

Die große (erste) Entscheidung

Armin Risi 1988_Vegetarisch leben

Armin Risi 1988

Er war aber noch nicht gleich überzeugt von dem Sinn, einer solchen Bewegung beizutreten und seine Gedankengänge gipfelten in der Frage: Gibt es einen Gott, ein höheres Wesen, Jesus oder Krishna? Im Rahmen eines weiteren Besuchs auf dem abgelegenen, von Wald umgebenen Bauernhof der Hare-Krishna-Leute stellte er in einem einsamen Moment im Wald die inbrünstige Frage: Gott, wenn es dich gibt, dann gib mir ein Zeichen, das mich endgültig überzeugt. Nach einem Moment der vollkommenen Gedankenruhe tauchte in seinem Bewusstsein die Frage auf: Was gibt es, das dich hält in der Welt?  Er wusste die Antwort auf diese Frage, denn das, was ihm wirklich am innigsten nahe war, waren seine Gedichte, die er in Tagbuchform verfasste und vor anderen geheim hielt. Im Schulunterricht hatte er sich auf besondere Weise mit dem Dichter Hölderlin verbunden gefühlt und als er es sich nun selbst eingestand, wie sehr er an seinen Gedichten hing, war es, als ob er Hölderlin in seinem Turmzimmer sehen würde und dieser zu ihm sprach: Willst du etwas wiederholen, was du schon einmal getan hast?

Nach diesen Eindrücken war für den jungen Armin Risi klar, was er zu tun hatte. Als der Wochenendaufenthalt bei den Krishnajüngern vorbei war, ging er her, verbrannte seine ganzen Gedichtsnotizen, auf die er so stolz gewesen war, kehrte dann zu dem Bauernhof im Wald zurück und bat, dort als Mönch aufgenommen zu werden. Diese Auszeit vor der Welt dauerte ganze 18 Jahre, die er in verschiedenen vedischen Klöstern in Europa und Indien verbrachte. In diese Zeit fällt die Produktion seines ersten Buches Vegetarisch leben (1988), das verschiedenste sachliche Gründe aufführt, die für eine vegetarische Ernährung sprechen. In dem Interview bei Welt im Wandel.tv erwähnt Armin Risi kurz die Schattenseiten, die seine autonome Entscheidung für ihn mit sich brachte:

Ich wurde Mönch, indischer Mönch und noch dazu in einer Sekte. Das ist so richtig der gesellschaftliche Durchbruch nach unten. Da bricht man durch Brücken, da darf jeder auf einen spucken und jeder findets gut, der ist Sektenmitglied, wenn man auf den spuckt und schlägt.

Er, der sich beileibe nicht von einem Guru verführen hatte lassen, sondern sich in ehrlicher Suche nach dem Sinn und der Aufgabe seines Lebens befand, musste die dämonische Wirkung auf persönlichste Weise kennen lernen, die in der gegenwärtigen deutschsprachigen Gesellschaft von dem Begriff „Sekte“ ausgeht. Man möchte hier geradezu seine eigene Frage wiederholen, die Armin Risi in seinen Jugendjahren bewegte: Warum tun Menschen so etwas? Warum ist ein Kloster, wo man nach indischer Tradition lebt und sich der Meditation, dem einfachen Leben und dem Dienst an der Welt widmet, Sekte, und warum ist ein katholisches Kloster, wo beispielsweise die Äbtissin von wiederholten Vergewaltigungen eines Priesters an einer Nonne weiß und nichts dagegen unternimmt, keine Sekte, sondern gesellschaftlich bestens anerkannt? (3)

Der Poet kehrt zurück

Hölderlin_rickrozoff.wordpress.com

Der Dichter Hölderlin war mit dem Reinkarnationsgedanken vertraut.

Armin Risi beteiligte sich während dieser Klosterjahre an Übersetzungen von Sanskrittexten aus dem Englischen ins Deutsche. Vielleicht ist es an dieser Stelle interessant, zu erwähnen, dass die indische philosophische Literatur etwa 30x so umfangreich ist, wie das, was uns an klassischer lateinischer Literatur überliefert wurde. Somit gibt es hier noch sehr viel an Übersetzungsarbeit zu leisten. Seine schriftstellerische Ader wollte aber nach dem großen Akt des Ablösens von Vergangenem noch nicht ruhen und zeigte sich noch einmal während der Mönchsjahre in einem starken Drang, Gedichte zu schreiben. Nach drei Jahren – heimlichen – Gedichteschreibens, äußerte sich Armin Risi erstmals darüber zu einem Freund, der ihn zur Veröffentlichung der Texte ermutigte. So kam es zu insgesamt drei Veröffentlichungen, davon zwei Gedichtbände und ein Buch über Hölderlin und den Reinkarnationsgedanken, wie er sich in dessen Werk wiederfindet.

Währenddessen studierte er die altindische, vedische Philosophie und verarbeitete das Gelernte in dem Buch Gott und die Götter – Das vedische Weltbild revolutioniert die moderne Wissenschaft, Esoterik und Theologie (1995), das als Einführung in die Weltsicht des vedischen Denkens gelten kann und mittlerweile neun Auflagen erfahren hat. An einem bestimmten Zeitpunkt erkannte er aber, dass nun ein neuer Schritt im Leben ansteht. Er gab das Mönchsdasein auf und lebt seit 1998 als freischaffender Schriftsteller. In diesem Jahr des persönlichen Neuanfangs publizierte Armin Risi das Buch Unsichtbare Welten – Astrale und außerirdische Wesen im Hintergrund des Weltgeschehens. Dieses Werk spricht nun aber gar nicht über Ufos und Aliens, wie man schnell leichtfertig glauben könnte, sondern es geht wiederum von den Begriffen und dem Weltbild der Veden aus. Im Sanskrit existieren Worte und Beschreibungen nicht nur für die irdische Welt, sondern auch für die himmlische Sphäre und für verschiedenen Zwischensphären, loka genannt. Diese Begriffe ermöglichen es, einen objektiven, sachlichen Blick auf eine Thematik zu werfen, die im Westen im allgemeinen sehr nebulös und somit ungreifbar bleibt.

Moderne Spiritualität auf vedischer Basis

Zusammen mit dem Buch Machtwechsel auf der Erde – Die Pläne der Mächtigen, globale Entscheidungen und die Wendezeit bilden die beiden vorgenannten Bände eine Trilogie, die in der Summe als spirituelles Grundlagenstudium aufgefasst werden kann. „Machtwechsel auf der Erde“ hat dabei sehr viele aktuelle Bezüge und versucht, das gegenwärtige Weltgeschehen von einer tieferen spirituellen Sicht her zu deuten. Im Jahr 2004 folgte ein weiteres spirituell-philosophisches Buch Licht wirft keinen Schatten, das sich noch einmal auf das Thema des dunklen Zeitalters bezieht, in dem die Menschheit sich gegenwärtig nach der indischen Zeitrechnung und nach vielerlei anderen Prophezeiungen befindet, in Sanskrit kali-yuga genannt. Armin Risi zeichnet in diesem Buch ein Bild des Schattens in seinen verschiedenen gesellschaftlichen Aspekten und entwirft ein Bild des Lichts, wie das künftige Zeitalter aussehen könnte.

Megalith_Amusingplanet.com

Megalith-Anlagen stellen die moderne Wissenschaft vor Rätsel.

Diese Frage, wie der Weg von dem dunklen Zeitalter in ein neues, lichtes Zeitalter beschritten werden kann, kristalliert sich in dem Buch Der radikale Mittelweg zu einer ersten und konkreten Antwort heraus. Armin Risi ist im Laufe seiner jahrelangen Studien der verschiedenen Hochkulturen der Welt, nicht nur der Indiens, sondern auch der ägyptischen, babylonischen und griechischen Kultur, sowie der vor der Zivilisation liegenden Megalith-Kulturen immer deutlicher zu dem Bewusstsein gekommen, wie wesentlich das Weltbild eines Menschen dessen Denken und Handeln bestimmt. Mit dem radikalen Mittelweg gibt er nun einen Vorschlag für ein neues Weltbild, das auf der Basis einer eigenständig errungenen Anschauung überholte, nicht mehr gültige Vorstellungen zurück lässt und durch neuere, wahrere Ideen ersetzt.

Der radikale Mittelweg zum neuen Weltbild

Sowohl die monotheistischen Weltreligionen wie auch der Atheismus stellen in seinen Augen polare Kräfte dar, die durch eine neue Weltsicht überwunden werden wollen. Armin Risi plädiert für eine theistische Weltsicht, die grundsätzlich das Existensein von höheren Kräften bejaht und den Ursprung des Menschen in diesen höheren Welten beheimatet sieht, die sich aber nicht in Wahrheits- und Machtansprüchen verliert. Radikal ist dieser Weg insofern, als er eine komplette neue gedankliche Aktivität für den Einzelnen bedeutet. Wohl die meisten Personen im europäischen Kulturraum wachsen in ein materialistisches, konfessionelles, politisches oder ideologisches Weltbild hinein, während das Plädoyer Armin Risis für einen Theismus beinhaltet, dass man in eigenständiger gedanklicher Auseinandersetzung sein Weltbild wählt und sich frei macht von überlieferten, meist unkonkreten Phrasen. Radikal, was ja wörtlich bedeutet, bis zu den Wurzeln, meint hier  die unermüdliche Wahrheitssuche, dass man sich nicht mehr mit Halbwahrheiten zufrieden gibt.

Und wie schwer es den Menschen heute fällt, eine Wahrheit, die über das bisherige Persönliche hinausgeht, anzunehmen, damit wird Armin Risi immer wieder konfrontiert. So äußert er sich in dem bereits zitierten Interview in Welt im Wandel.tv:

Sobald etwas auf uns zukommt, was dem widerspricht, was wir glauben, kommen die Abwehrmechanismen, zum Beispiel: Verschwörungstheoretiker!

Das theistische Manifest

Ihr seid Lichtwesen, Armin RisiAuch zum Thema des Paradigmenwechsels äußert er sich in einem Fernsehinterview bei Neue Horizonte.tv (4), wo er die Frage „Was ist der Paradigmenwechsel?“ an den Begriffen dia-bolisch und sym-bolisch veranschaulicht. Dia-bolisch, also spaltend, sei demnach die Sichtweise, die die biblische Sündenfallgeschichte interpretiert als dürfe man nicht selbst die Unterscheidung zwischen Gut und Böse hervorbringen, sondern es sei alles vorherbestimmt, während die sym-bolische, also zur Einheit führende Sichtweise, zu der Interpretation gelangt, man müsse sich vor der Vermischung von Gut und Böse hüten, ausgehend von der Bedeutung des hebräischen Wortes für Erkenntnis, das zugleich Einswerden, Verschmelzen bedeute.  Weiter ausgearbeitet hat Armin Risi den theistischen Gedanken in zwei Bänden einer Theistischen Mysterienschule (2011), wo er sich vertieft den religiösen Fragen nach Glauben und Wissen, sowie verschiedenen Phänomenen im religiösen Bereich in der Gegenwart widmet. Im Jahr 2013 schließlich erscheint das Buch Ihr seid Lichtwesen, über das er im Ausblick selbst sagt:

Das Buch, das ich nun abgeschlossen habe, schwebte mir von Anbeginn meiner schriftstellerischen Betätigung vor Augen und begleitete mich stets als Idee und konkrete Vision: die Urgeschichte der Menschheit neu zu schreiben, ausgehend von unserem eigenen geistigen Ursprung bis hin zu den alten Hochkulturen. Denn in der Frage nach dem Wesen von Mensch und Kosmos entscheidet sich, wie wir uns selbst sehen und definieren.

Dieses Buch enthält eine gründliche Auseinandersetzung mit der darwinistischen Evolutionstheorie, die ihn im weiteren Verlauf zur Herausgabe eines Extra-Bandes geführt hat mit dem Titel Evolution – stammt der Mensch von den Tieren ab? (2014) Im Jahr 2017 schließlich erfolgte die Herausgabe des investigativen Buches über Michael Jackson, das er zusammen mit Sonia Pade verfasst hat und in dem er neben der sehr ausführlichen Biographie über die Licht- und Schattenseiten im Leben des Popstars auch auf den Aspekt des spirituellen Anliegens von Michael Jackson aufmerksam macht. Die Webseite jackson.ch (5) äußert zu dem Werk Make That Change – Michael Jackson: Botschaft und Schicksal eines spirituellen Revolutionärs:

Die Biografie ist eine Wiederherstellung von Michael Jacksons Ruf und Würde.

Kenner mythologischer Weltbilder

Armin Risi gilt heute als ein profunder Kenner mythologischer Weltbilder, alter Hochkulturen, westlicher und östlicher Philosophien und der modernen Esoterik (6) und ist ein gefragter Gast in Talkshows und als Redner bei Veranstaltungen.

Mit seiner Proklamation des radikalen Mittelwegs, des Zurücklassens überholter Denkvorstellungen wie Monotheismus, Atheismus, Darwinismus und andere, bezieht er einen vom Mainstream unabhängigen Standpunkt, ungeachtet der Kritik und des Schmutzes, mit dem manche ihn zu überziehen versuchen. Gerade der Begriff des „Verschwörungstheoretikers“ ist nach dem Sektenbegriff ein weiteres populistisches Wort zur Verunglimpfung von Menschen, die ernsthaft nachdenkend, beobachtend und mit Weitblick auf das Geschehen in der Welt achten.

Wenn man Armin Risi zuhört, kann man bemerken, wie er sein Denken an den großen Dimensionen der vedischen Literatur und an der Konkretheit der Sanskrit-Begriffe geschult hat. Er leistet mit seinen Gedanken einen konstruktiven Beitrag zur Verbesserung der Welt und dies ist auch das Anliegen, das sich durch seine ganze Biographie bis heute hindurchzieht. Er ist darüber hinaus meiner Ansicht nach ein sehr schönes Beispiel für jemand, der den in jedem Menschen angelegten Trieb zum Missionieren durch eine größere inhaltliche Gedankenleistung hinter sich gelassen und in eine positive, für die Allgemeinheit förderliche Kraft verwandelt hat.

Textquellen:

(1) zum Beispiel im Interview in Welt im Wandel.tv

(2) Mystica.tv

(3) Anm. Der Fall wurde in einer der Talkshows von Anne Will bekannt, wo die – ehemalige – Nonne persönlich berichtete

(4) Neue Horizonte.tv

(5) Weiterlesen unter http://www.jackson.ch/artikeldetail/make-that-change/
Copyright © jackson.ch

(6) meerstern.de

Bildquellen (18-07-08):

mystica.tv, Buch „Vegetarisch leben“ von Armin Risi, rickrozoff.wordpress.com, Amusingplanet.com, Amazon

 

 

 

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