Die kleine Yogaschule, Doring Kindersley-Verlag

Ein solide in drei Schritten aufgebautes Buch für Yoga-Neulinge, die ein erstes Reinschnuppern und Kennenlernen in die Yogapraxis suchen.

Mit dem nett aufgemachten Büchlein hat der Leser tatsächlich eine kleine erste Yogaschule vorliegen. Während alle praktischen Punkte, wie Übungsanleitungen, Verhaltensempfehlungen und Sequenzen detailliert beschrieben sind, fallen die wenigen Anmerkungen zu geistigen Bezügen etwas dürftig und damit auch sachlich nicht korrekt aus.

So bleibt der Leser im Unklaren, was er sich unter der „umfassenden, manchmal mystischen Denkschule des Yoga“ vorstellen soll und wenn wir ehrlich sind, dann werden Zustände „seelischer Harmonie und heiterer Gelassenheit“ wohl immer nur einen vorübergehenden Charakter haben, da sich eine vollendete Harmonie im Leben allein durch Übungen halt einfach nicht hervorbringen lässt.

Direkt falsch wird es, wenn es heißt, dass „prana die Energie (sei), die Materie zum Leben erweckt“, denn die indische Yoga-Philosophie nimmt hier einen genau umgekehrten Standpunkt ein und sieht die Materie nicht als den Anfangspunkt einer Entwicklung, sondern als die letzte Ausströmung eines unendlichen Geistigen an.

Kleine Yogaschule für einfache Ansprüche

Verglichen mit der auch ästhetisch ansprechenden Intention des Buches, eine Einführung in die Übungspraxis für Anfänger zu geben, sind diese Punkte jedoch Kleinigkeiten und so kann ich dieses Buch mit gutem Gewissen empfehlen.

Praktischer Wert: 4/5
Spiritueller Wert: 1/5
Das Buch ist online erhältlich bei Amazon.at sowie bei derbuchhaendler.at
Prana bedeutet Atem, Seele und feinstoffliche Energie

Prana ist nach dem Sanskrit  so viel wie der Atem oder der Atemhauch. Der Atem wurde in frühen Zeiten der Kulturentwicklung sehr feinfühlig erlebt und in Indien unterschied man ganz exakt fünf unterschiedliche Prana-Arten: das  pra-na geht nach vorne und von der Nase bis zum Herz, das apa-na geht nach unten, das uda-na geht nach oben, das vya-na ist im ganzen Körper verteilt und das sama-na zentriert sich nach innen auf der Höhe von Herz und Magengrube.

Bildquelle (17-07-22): Amazon

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