Einführung in die Zen-Meditation in Wien, 6./13.11.2017

Zendo in der Rosinagasse/Wien veranstaltet eine Einführung in die Zen-Meditation über zwei Abende.

Christoph Singer_zengruppe-wien.atDieter Christoph Singer und Lois Kerber leiten zusammen das Zen-Meditationszentrum „Zendo Rosinagasse“ in Wien. Anfang November 2017 findet dort an zwei Abenden eine Einführung in die Zen-Meditation statt. Christoph Singer beschreibt das Zen mit den Worten:

Zen ist ein einfacher, aber tief greifender Weg der Übung. Es ist ein uralter Weg. Er gründet im Loslassen aller Gedanken und Vorstellungen beim aufrechten Sitzen in der Stille und führt in den gegenwärtigen Augenblick, in das volle Dasein.

Die Teilnehmer werden in das stille Sitzen (Zazen), die Gehmeditation (Kinhin), das Tönen und Rezitieren eingeführt. Die Zen-Gruppe in Wien gehört der Zen-Linie „Leere Wolke“ an, welche von Willigis Jäger Kyo-un Roshi gegründet wurde. Charakteristisch für diese Linie ist es, dass sie sich aus „der Verquickung mit der buddhistischen Religion und dem Leben in einem Kloster“ losgelöst hat und den modernen Menschen inmitten seiner komplexen Lebenssituation ansprechen möchte.

Weitere Informationen zur Veranstaltung, sowie den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

Die Sammlung des Bewusstseins als primäre Aktivität im Zen

Willigis Jäger_symptome.chWilligis Jäger ist auch der Begründer des Benediktushofes bei Würzburg. Auf seiner Webseite beschreibt er die zentralen Aktivitäten der Zen-Übenden folgendermaßen:

Zen kennt drei wichtige Grundstrukturen:

  • Die Sammlung des Bewusstseins mittels eines Fokus, dem Atem oder dem Koan Mu.
  • Die reine Aufmerksamkeit (= Shikantaza), die alles, was ins Bewusstsein tritt zur Kenntnis nimmt, eventuell benennt, aber sofort wieder loslässt, um der reinen Aufmerksamkeit erneut Raum zu geben.
  • Das achtsame Gehen wie auch das achtsame Arbeiten.

Die Übungsperioden wollen in eine Wachheit führen, die sich an nichts bindet, die, ein Wahrnehmen mit einer geweiteten Aufmerksamkeit ist.
Sozusagen sind alle Poren des Leibes, der Sinne und der Psyche dann ein einziges Lauschen. Was im Bewusstsein aufkommt, wird nicht beurteilt und nicht bewertet. 

Was ist ein Koan?

Der Religionswissenschaftler Carl A. Keller schildert die Entstehungsgeschichte der Koan aus dem Verhältnis zwischen Zen-Meister und Schüler: Der Schüler kommt mit einer Frage zum Meister und trägt in sich den Wunsch nach dem Erwachen. Der Meister beantwortet die meist aus einem noch falschen intellektuellen Verständnis heraus gestellte Frage in einer paradoxen Weise. Gerade diese unerwartete, fast schockierende Antwort führte so manchesmal das plötzliche Erwachen eines Schülers herbei. Ein Koan ist also so ein kurzes Zwiegespräch zwischen Meister und Schüler, das vom Meditierenden in die vertiefende Betrachtung genommen wird. Das Koan Mu lautet beispielsweise:

Ein Mönch fragte Jôshû in allem Ernst:

„Hat ein Hund Buddha-Wesen oder nicht?“

Jôshû versetzte: „Mu!“ (das japanische Mu heißt „Das Nichts, kein, un-„)

Quellennachweis: zengruppe-wien.at, benediktushof-holzkirchen.de

Bildquellen (17-10-15): zengruppe-wien.at, symptome.ch

 

 

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