Petar Danow, Begründer der Universellen Weißen Bruderschaft

Kurzbiographie eines großen spirituellen Erneuerers.

Beinsa Duno_wikipediaÜber die Buchrezension von Mikhael Aivanhovs Yoga der Ernährung bin ich auf die interessante Persönlichkeit Petar Danow – eingedeutscht Peter Deunov –  gestoßen, der der Lehrer von Aivanhov war. Die farbig markierten Zitate sind Anmerkungen von Frau Mariya Kireva, Autorin der Biographie von Petar Danow auf der Seite www.beinsa.de.

Lehrjahre in Amerika

Petar Danow wurde am 11. Juli 1864 in dem Dorf Nikolaevka in der Provinz Varna in Bulgarien geboren. Sein Vater war Priester der orthodoxen Kirche und der erste Priester von Varna, der in bulgarischer Sprache predigte. – Bereits als Kind besaß Petar eine prophetische Gabe. So konnte er zum Beispiel vorhersagen, wie das Wetter sein wird. „Und wenn die Bauern vor der Ernte sich Gedanken machten, ob das Wetter gut sein wird, oder nicht, sagten einige Leute: „Das Pristers Kind hat gesagt, dass…“ Und es passierte immmer so, wie Petar vorhergesagt hatte.“ Nach dem Abschluss der höheren Schule studierte Danow an der Amerikanischen Methodistenschule in Svishtov und bekam schließlich eine Anstellung als Schullehrer in einem Dorf. Bereits ein Jahr später jedoch wurde er als Student am Theologischen Methodistenseminar in New Jersey in Amerika aufgenommen, wo er für weitere vier Jahre studierte. Danach konnte er an der Universität von Boston Theologie studieren, wo er mit einem Diplom abschloss. Er wechselte zur Medizinischen Fakultät und erhielt nach weiteren Studiengängen von dort die Erlaubnis, sich als Mediziner zu betätigen. Somit war er mit 30 Jahren ein bestens ausgebildeter Priester und Mediziner zugleich.

Während dieser Zeit in Boston machte Petar Danow  Bekanntschaft mit Rosenkreuzern, das heißt mit einer damals aktuellen esoterischen spirituellen Strömung.

In der Zeitschrift der Methodisten erschien 1886 ein Artikel über methodistische Priester aus Bulgarien, in der Petar Danov folgende Aussage macht:

Ich kann zwei Gründe nennen, die mich zu meiner Bekehrung geführt haben: Der erste Grund war das Lesen religiöser Bücher und der zweite war Krankheit. Das hat mir geholfen, mich ganz Christus zu weihen. Als ich noch jung war, fühlte ich eine in mir arbeitenden Kraft, die mich zu einem Ziel führte, das ich noch nicht kannte. Mein Vater hatte einige Bücher, die er mir vorlas. Ich fühlte mich sehr unglücklich, aber ich folgte der Wahrheit nicht. 1880 schickte mich mein Vater in das Gymnasium nach Warna. Während der fünf Jahre, die ich dort verbrachte, fühlte ich den inneren Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen. Oft habe ich mich mit manchen Brüdern über die Wahrheit unterhalten, aber mein sündhaftes Herz folgte Christus nicht. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich in einem miserablen Zustand. Ich wurde krank und diese Krankheit brachte mich fast an den Tod. Als ich mich so hilflos fühlte und dachte, dass ich bald vor Gott erscheinen werde, traf ich die Entscheidung, Christus zu folgen und mit Tränen in den Augen flehte ich um die Vergebung meiner Sünden. Bald danach wurde ich gesund. Mein Wunsch war, für immer Christus zu gehören und von Ihm zu zeugen.“

Die Vorbereitung der Lehre

Paneurhythmie_wikipedia

Kreis der Paneurhythmie-Tanzenden im Rila-Gebirge

Von Christus zeugen – das wollte Danow aber nicht auf traditionellen Pfaden, denn zurück in Varna lehnte er jede Anstellung als Priester ab. Bereits zu diesem Zeitpunkt konnte er mit dem kirchlichen Klerus nicht übereinstimmen. “Oft fragen die Leute: „Predigst du etwas, was der kirchlichen Vorschriften entspricht?“ Ich antworte so: „Ich predige Sachen, die dem großen Gesetz Gottes entsprechen. Ich lüge vor Gott nicht. Ob meine Lehre gemäß eurer Ansichten läuft, ist mir gleich. Meine Sorge ist, dass meine Ansichten dem großen Gesetz zustimmen, dass ich kein Lügner vor Gott, vor dem Himmel, vor den Engeln, und vor den Heiligen bin – das ist das Wichtigste für mich. Wenn alle die Lehre so verstehen, dann haben wir nichts zu fürchten.”

Er entwickelte indes eine rege schriftstellerische Tätigkeit, hielt Vorträge und schließlich kam es zur Gründung der “Vereinigung zur Anhebung der Religiösen Gesinnung des Bulgarischen Volkes”, das heißt “Die Kette der göttlichen Liebe” oder man könnte übersetzen: “Gesellschaft zur Erhebung des religiösen Geistes des bulgarischen Volkes.”

Die Gründungsmitglieder waren seine ersten Schüler, die ihn damals schon den Meister nannten und zwar genau genommen “Meister Beinsa Douno”. Diesen Namen hatte Danow als spirituellen Namen angenommen. Die Vereinigung wurde später in die Universelle Weiße Bruderschaft umgewandelt. Obwohl die Universelle Weiße Bruderschaft bis heute als organisatorische Vereinigung besteht, ist ihr Selbstverständnis aber ein esoterisches: Danow lehrte, dass Christus selbst dieser Bruderschaft vorstehen würde. Wer mit der Person Danows oder mit seinen Schriften in Berührung komme und sich den Inhalten widme, sei Adept auf dem Weg und wer sich komplett an Christus hingebe, würde vom Anwärter zum Schüler schreiten.

Ein Bild dieser Universellen Brüderschaft ist in der Lehre der neun Engelshierarchien zu finden. Auf der Seite www.beinsa.de heißt es dazu:

Je nach dem Grad des Wissens und der Entwicklung und nach dem Dienst, den sie ausüben, sind diese Wesen in einer organischen Ordnung hierarchisch organisiert, deren Stufen unter folgenden Namen bekannt sind: Seraphin — Brüder der Liebe; Cherubin — Brüder der Harmonie; Throne — Brüder des Willens; Herrschaften — Brüder der Intelligenz und der Freude; Kräfte — Brüder der Bewegung und des Wachsens; Mächte — Brüder der äußerlichen Formen und der Künste; Fürstentümer — Brüder der Zeit, des Zustandes und des Taktes; Erzengel — Brüder des Feuers und der Wärme; Engel — Träger des Lebens und der Pflanzenwelt. Den letzten und zehnten Rang werden die fortgeschrittenen menschlichen Seelen einnehmen. Alle zusammen stellen den großen kosmischen Menschen dar.

In diesem Sinne einer Verbindung mit höheren geistigen Kräften ist also die Idee der Universellen Bruderschaft zu verstehen. Die organisatorischen Belange der Vereinigung hingegen wurden auf ein Minimum reduziert, es gibt in der Bruderschaft keine Einweihungsrituale, keine Zeremonien und keine hierarchischen Strukturen.

Sinn und Ziel der ab dem Jahr 1900 stattfindenden jährlichen Versammlungen der Bruderschaft war dann auch dementsprechend die geistige Erneuerung, anfangs durch das Anhören der Vorträge von Petar Danow, später dann auch zunehmend ergänzt durch die Übungen der Paneurythmie.

Die Phrenologie – Vorläuferin der Lokalisationslehre der Hirnregionen

In den Jahren 1902 – 1912 reiste Petar Danow durch ganz Bulgarien. Zusätzlich zu seiner Vortragstätigkeit nahm er während dieser Phase seines Wirkens phrenologische Messungen an den Gehirnen der Menschen vor. Die Phrenologie als medizinische Lehre war im 18. Jahrhundert von Franz Josef Gall ins Leben gerufen worden. Gall war der erste Mediziner, der behauptete, das Gehirn sei in unterschiedliche Regionen unterteilt. Heute wissen wir, dass er im Prinzip Recht hatte, man hat bereits sehr viele Hirnregionen und ihre Funktionen erforscht wie das Sprachzentrum, das Atemzentrum, etc. Gall war jedoch im Unteschied zu der modernen Wissenschaft der Meinung, er könnte diese Regionen an der Oberflächenstruktur des Kopfes unterscheiden und je nach ihrer Ausprägung auf den Charakter, das Temperament und die Neigungen eines Menschen schließen. Es scheint, als half diese Methode Danow, die Menschen besser zu studieren, mit denen er es im weiteren Verlauf seines Lebens fast ausschließlich zu tun hatte, nämlich das bulgarische Volk. Es wird berichtet, dass sich in seiner Kartei später über 5000 solche Gehirnvermessungen befanden.  “Freilich hat Petar Danov die Köpfe der Menschen nicht geöffnet, um ihre Gehirne zu untersuchen, sondern bei seinen Untersuchungen handelte es sich um Messungen, welche an der Oberfläche des Kopfes durchgeführt wurden. Einige phrenologischen Berichte sind erhalten.”

Er selbst unterzog sich im Jahr 1912 einem 40-tägigen Fasten in Einsamkeit, im Laufe dessen er mit heftigsten dämonischen Einflüssen und lebensbedrohlichen Zuständen kämpfte. Seinen Worten zufolge wären andere Menschen an der Heftigkeit der Erfahrungen, die er damals durchmachte, verstorben.

Eine neue Lebensphase – die Etablierung der Lehre

Das Pentagramm_beinsa.de

Pentagramm nach Danow

Etwa 1912 war es auch, dass Petar Danow sich in Sofia niederliess. Dort bildete sich ein Zirkel um ihn von Personen, die sein Lehren unterstützten. So begann man beispielsweise, seine Vorträge schriflich festzuhalten und in Form von Broschüren zu verbreiten. Im Jahr 1922 war es dann soweit und er eröffnete die Schule der Universalen Weißen Brüderschaft. Von da an hielt er kontinuierliche Vortragsreden sowohl für die Allgemeinheit als auch für spezielle Personengruppen wie für verheiratete Frauen und für junge Leute. Bis zu seinem Tod waren es über 6000 Vorträge, von denen etwa zwei Drittel veröffentlicht wurden. Die Zahl der Personen, die sein Lehren achteten, waren schätzungsweise 40.000 Menschen. In mehr als 70 Städten bildeten sich regionale Gruppen der Brüderschaft, noch weitaus mehr Personen aber lebten nach den Lehren von Petar Danow, ohne sich explizit als „Anwärter“ der Bruderschaft zu erkennen zu geben.

Ein zentraler Aspekt seiner Lehre ist die Liebe: „Merkt euch aber eine große Wahrheit: Nur Gott liebt, weil Gott Liebe ist. Es gibt keinen Menschen, der von sich aus lieben kann. Der Mensch kann nur ein Mittler der Liebe sein, aber von sich aus kann er nicht lieben. Von jemandem geliebt sein zu wollen, bedeutet, dass man von Gott geliebt sein will. Um seine Liebe zu dir auf der Erde zu äußern, muss Gott einen Menschen als Mittler wählen und durch ihn sich dir gegenüber äußern. Wenn es nur eine Person auf Erden gibt, die dich liebt, reicht das.“ Zusammen mit den Begriffen Wahrheit, Gerechtigkeit, Weisheit und Tugend bildet die Liebe ein Pentagramm, ein Fünfeck,  als Ausdruck des gegenwärtigen Menschen. Dieses Pentagramm und seine Bedeutung wurde von Petar Danow ausführlich charakterisiert und auch zeichnerisch abgebildet. Nachdem man die Zeichnungen bei einer Polizei-Razzia aber konfisziert hatte, wurden sie selbst später, als man sie wieder zurück bekommen hatte, nicht mehr zur Betrachtung zur Verfügung gestellt.

In den Jahren 1917-18, während des Ersten Weltkrieges, wurde er auf Geheiss der Regierung in Varna interniert, wo er in einem Hotel lebte und nur brieflich mit seinen Schülern Kontakt halten konnte. Die Begründung für den Arrest war, dass er den Kampfgeist der bulgarischen Soldaten unterminieren würde!

Auf dem Höhepunkt der Arbeit – Paneurhythmie

Auf dem Höhepunkt seines Wirkens entstand die Siedlung Izgreva in der Nähe von Sofia, wo Petar Danow sowohl wohnen als auch lehren konnte. Außerdem entwickelte sich die Tradition, oft in die Berge zu gehen. Petar Danow betrachtete die hohen Berggipfel als Kontaktstellen zu den Energien der geistigen Welten. Ab dem Jahr 1934 kreierte er die Paneurhythmie, zu der sich auch heute noch jährlich tausende Personen im bulgarischen Rila-Gebirge an einem der dort befindlichen sieben Seen zusammenfinden.

Mit der Paneurhythmie sind verschiedene Übungen gegeben, welche die drei Ebenen, in denen das menschliche Bewusstsein sich bewegt, vereinen sollen: Die physische Ebene ist durch das Form-Element repräsentiert und wird in der harmonischen, dem Sonnensystem entsprechenden Kreisform eingenommen. Die astrale (= kosmisch-seelische) Ebene ist durch die Bewegung repräsentiert und so hat Petar Danow verschiedene Bewegungszyklen und Übungen kreiert, die zu einem harmonischen Energiefluss beitragen sollen. Die geistige Ebene manifestiert sich nach Danow in der Intuition, der Selbstaufopferung und der Freude. Damit wird klar, dass es wesentlich von der inneren Haltung des Tanzenden abhängt, inwieweit eine tatsächlich positive und entwicklungsförderliche Wirkung mit den paneurhythmischen Übungen eintritt. Diese mögliche Wirkung wird beschrieben als heilend, reinigend und aufbauend. Äußerlich gesehen ist Paneurhythmie eine Art Reigentanz und wird in Musikbegleitung ausgeführt. Die Musiker bilden dabei meist den Zentrumspunkt der Kreisanordnung.

Einen vielleicht etwas schwachen Abglanz, aber zumindest einen ersten Eindruck zur Paneurhythmie vermittelt das folgende youtube-Video. Einen besseren Eindruck erhält man über einen Film, der als Download zur Verfügung steht, allerdings nur in bulgarischer Sprache.

 

Die prophetische Gabe hat Petar Danow sein Leben lang begleitet und in dem in deutscher Übersetzung vorliegenden Buch Das außergewöhnliche Leben des Meisters Beinsa Douno werden zahlreiche Beispiele dafür geschildert. „Der Bruder D.S. erinnert sich an diese Geschichte: „Wie waren am Biwak im Vitoscha Gebirge und der Meister schlug vor, dass wie etwas wie Lottarie machen. Jeder sollte ein Los ziehen und der Meister konnte dann die Zukunft darauf sehen. Ich übergab ihm meins und er sagte zu mir: „Gib die Musik nicht auf“. Ich wunderte mich, warum der Meister das gesagt hatte. Zu dieser Zeit war ich Direktor eines großen Betriebs und verdiente gutes Geld. Später war ich gezwungen zu kündigen und musste mich durch Musik ernähren. Dann verstand ich die Worte des Meisters.“

Am 4. Mai 1936 wurde Danow von Aktivisten der politischen Partei „Demokratische Verschwörung“ zusammengeschlagen. Das hatte eine Hirnblutung und Lähmung zu Folge. Trotzdem fuhr er am 14. Juli 1936 mit seinen Schülern zum Sommerlager ins Rila Gebirge zu den Sieben Seen und war am 12. August völlig gesund. Am 27. Dezember 1944 starb Petar Danov im Alter von 80 Jahren in Sofia. Er hinterlässt ein umfangreiches Schrifttum, davon auch bereits einige Übersetzungen in deutscher Sprache.

Welche Gabe hat Petar Danow wohl mit seinem dem inneren individuellen Gesetz folgenden Leben für die Menschheit gebracht? Es scheint, dass er hierin sehr streng mit sich selbst war und so sagte er einmal:

Einige sagen, dass ich sehr viel gemacht habe. Ich sehe, dass ich sehr wenig gemacht habe. Was habe ich denn gemacht? Ich würde sagen, dass ich viel gemacht habe, wenn ich die ganze Welt in Ordnung bringen könnte, sodass alle Leute glücklich sind. Jetzt kämpfen die Leute miteinander und ich sitze und denke mir: Ich habe so wenig gemacht, denn ich habe diese Leute nicht überzeugt im Frieden zu leben. Es gibt so viele Richter, die unschuldige Leute verurteilen. Dann denke ich: Ich habe ihnen diese Gesetze nicht beigebracht. Viele Anwälte stehen an der Seite der Ungerechtigkeit. Viele Geschwister haben sich nicht gerne. Ich habe ihnen nicht beigebracht zu lieben. Es gibt noch viel zu tun für mich!

 

Textquellen (19-02-09):

Der größte Teil der Inhalte wurde von mir aus dem Englischen übertragen von der Seite www.beinsa-douno.com.

Die prophetischen Zitate stammen von der Buchpräsentation über Das außergewöhnliche Leben des Meisters Beinsa Douno.

Einige Details habe ich zudem von der Biographie in deutscher Sprache und von der Informationsseite über Paneurhythmie übernommen.

Weiterhin sind Informationen eingeflossen aus den Wikipedia-Artikeln: Phrenologie, Petar Danow, Bulgarien, Paneurhythmie.

Bildquellen (19-02-09):

Von Качено от Hristo, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42318546

Von Glagoli – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11277148

Das Pentagramm

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