Sanskrit-Begriffe, Glossar

Sanskrit-Begriffe ausführlich beschrieben für Praktizierende von Yoga und Meditation.

 

Krishna_pixabay-PexelsDharma

Dharma, in der Devanagari-Schrift धर्म, ist ein zentraler Begriff der hinduistischen Philosophie und bedeutet im Ursprung “das, was fest, stabil ist; der Brauch, die Gepflogenheit;” in einem rechtlichen Sinn ist dharma das Gesetz, das Recht und vor allem im religiösen Sinn die Tugend, die Religion, die Moralität, die guten Taten. Als dhamma ist es mit einer erweiterten Bedeutung in die buddhistische Pali-Sprache übernommen worden. Denn im Buddhismus verwendet man die Bezeichnung dhamma sowohl als Bezeichnung für die kosmische Ordnung und die geistigen Gesetze, als auch für die Summe der philosophischen Lehrtexte. Das Hauptwort dharma leitet sich von dem Verb dhṛ ab, das “tragen, bewahren, halten” bedeutet. Die Bhagavad Gita als zentrale religiöse Schrift Indiens beginnt mit dem Wort dharmakṣetra, das Feld der Schlacht, das zugleich das Feld des Dharmas darstellt, wo sich die göttliche Ordnung zeigen wird.


Dhī

Der Gedanke, dhī, धी, ist nach dem Wörterbuch von Monier-Williams vor allem der religiöse Gedanke als Grundlage der Meditation, welche mit dhyāna benannt wird. Im menschlichen Geist zeigt der Gedanke sich als Wissen und Verständnis, als buddhi. Die geistige Welt wird als eine erhabene Welt von Gedanken aufgefasst, als maha-buddhi. Der Yogin, der sich noch in der Ich-Bezogenheit, ahaṁ-kāra, befindet, bemüht sich um die Erweiterung seines Bewusstseins hin zur Welt der Ideen in maha-buddhi.


Kali-Yuga

Ein kaliyuga, कलियुग, ist das letzte von vier Zeitaltern, die in zyklischer Weise aufeinander folgen. Ähnlich wie der Rhythmus der vier Jahreszeiten zyklisch fortschreitet und doch jedes Jahr ein vorher nicht dagewesener Neuanfang ist, so geschieht es nach der indischen Philosophie auch mit der Weltentwicklung. Am Ende des Kali-Yuga macht der Planet Erde eine Art Auflösungsprozess durch, pralaya genannt, auf den ein neues mahayuga, ein 4.320.000 Jahre umfassendes Weltenzeitalter folgen wird. Das gegenwärtige Kali-Yuga hat 3012 v. Chr. begonnen und wird insgesamt 432.000 Jahre dauern. Die Beschreibungen in indischen Texten über den moralischen Verfall der Menschheit im Kali-Yuga zeigen angesichts des Zeitgeschehens in der modernen Welt eine auffällige Aktualität.


Karma

Etymologie

Das Neutrum karman, in Devanagari कर्मन्, leitet sich, wie viele andere Sanskrit-Worte von dem Verbstamm kṛ (sprich „kri“) ab, was „tun, machen, erzeugen“ bedeutet. Karman ist also zunächst im ursprünglichen Sinn einfach die Handlung, die Tat. Im religiösen Kontext wird der Begriff in der Nominativ-Form karma im Sinne einer ursächlichen Handlung, die eine Wirkung erzeugt, gebraucht.

Vedanta-Epoche

In der vedischen Epoche wird von karma sehr sachlich gesprochen als jenes Faktum, dass eben jede Handlung entsprechend ihrer Motivation zu einer bestimmten Wirkung führt. So sagt die Brihadaranyaka-Upanishad beispielsweise: „So wie der Mensch ist, wie er handelt und sich benimmt, so wird seine Zukunft sein. Wer gute Taten vollbringt, wird ein guter und reiner Mensch werden, wer schlechte Taten vollbringt, wird ein schlechter Mensch werden. Man sagt, dass der Mensch aus Begehren besteht. So wie sein Begehren ist, so ist auch sein innerer Wille und so wie der Wille ist, ist auch die Tat und je nachdem, welche Tat er vollbringt, so wird er auch ernten.“ (Frei übersetzt aus dem Englischen)

Buddhismus und spätere Epochen

Diese sehr nüchterne und von moralischer Bewertung vollkommen freie vedische Sichtweise bekommt in späteren Epochen einen mehr moralischen Anstrich, wenn zum Beispiel im Buddhismus die ganze religiöse Bemühung dahin geht, durch die richtige Lebensführung und Erkenntnis der Umstände frei von dem durch karma verursachten Kreislauf der Wiedergeburten zu werden.

Karma und Schicksal

Das Verständnis von Schicksal ist im indischen Kulturkreis daher wesentlich von dem Begriff des karma geprägt. So heißt es in der Sagen-Sammlung Hitopadesha: „Man sagt, das Schicksal ist nichts anderes als die Summe der Taten, die in einem früheren Stadium der Existenz vollbracht wurde. Deshalb sollte der Mensch wachsam mit den Kräften umgehen, die er besitzt.“ (Frei übersetzt aus dem Englischen)

Textquellen: Wikipedia.com ; Hitopadesha, übersetzt von Charles Wilkins, George Routledge & Sons, London


Krishna

Die Wortbedeutung von कृष्ण, kṛṣṇa, ist „schwarz“ und deutet auf die nachtblaue Hautfarbe hin, mit der Krishna oft dargestellt wird. Sie soll zum Ausdruck bringen, dass sein Wesen von kosmischer, universaler Natur ist. Krishna lebte ca. 3000 vor Christus und ist aus volkstümlichen Erzählungen und vor allem durch die Schrift der Bhagavad Gita bekannt. Er brachte den Menschen die Lehre von dem himmlischen Selbst und verkörperte zugleich diese ausgedehnte kosmische und geistige Natur.


(die Seite ist im Aufbau, weitere Begriffe und Quellenangaben folgen)

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